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Karriere

Busfahrer Fransi

Fransi ist 30 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Thessaloniki in Griechenland. Anfang 2023 kam der ehemalige Barista nach Deutschland, um in Nienburg bei der Transdev Niedersachsen/Westfalen GmbH als Busfahrer für die Marke MittelWeserBus zu arbeiten. Für ihn begann damit ein neuer Lebensabschnitt mit besseren Zukunftsperspektiven als in Südeuropa. Nach rund einem Jahr betrachtet er Nienburg bereits als seine neue Heimat und möchte weitere Freunde in Griechenland von einer gesicherten Zukunft als Busfahrer überzeugen.

Hier bist du Mensch, man kann miteinander reden und Unstimmigkeiten aus dem Weg räumen.
Fransi

Fransi, warum bist Du nach Deutschland gekommen?
Ich wollte bessere Voraussetzungen in meinem beruflichen Leben haben, um einen lebenswerten Lebensstandard aufzubauen. In Griechenland habe ich zuletzt in zwei Jobs die Woche durchgehend gearbeitet und konnte meine Ausgaben gerade so decken. Jetzt habe ich einen, nicht mehrere Jobs, und bin viel zufriedener.

Hattest Du Unterstützung bei Deinem Neustart in Deutschland?
Mein Kollege Mahmoud hat mich von Anfang an unterstützt, mir bei allen wichtigen Themen geholfen und auch Behördengänge mit mir gemacht. Eine Unterkunft in Firmennähe hatte Transdev im Vorfeld für mich gesucht und bezugsfertig gemacht. Sprachkurse in Deutsch habe ich selbstständig zu Hause per App gemacht. Zudem habe ich am Anfang auch samstags im Unternehmen an einem Sprachkurs teilgenommen, der von der örtlichen Volkshochschule angeboten wurde.

Wie gefällt es Dir bisher in Deutschland?
Ich habe hier endlich Perspektiven, die ich in Griechenland nicht hatte. Wenn du etwas werden willst in Deutschland, dann kannst du das auch schaffen. Ich würde gerne mein Deutsch noch weiter verbessern, damit ich mich in der Mitte angekommen fühle. Hier steht auch die Menschlichkeit an erster Stelle, das weiß ich sehr zu schätzen. Ich bin außerdem sehr glücklich darüber, dass ich jetzt nach knapp einem Jahr beim MittelWeserBus meinen neuen Kolleg*innen mit griechischen Wurzeln Abläufe und Funktionen erklären und als Lehrfahrer tätig sein darf. Ich fühle mich sehr geehrt, dass mir im Unternehmen bereits so viel Vertrauen entgegengebracht wird.

Welche Chancen siehst du in Deinem Job?
Dieses Jahr im September fliege ich mit einem Transdev-Team nach Griechenland in meine Heimatstadt Thessaloniki, um neue Kolleginnen und Kollegen anzuwerben. Ich sehe große Chancen darin, einige meiner Landsleute mit in meine neue Heimat zu bringen, wo sie bessere Zukunftschancen haben. Ich habe außerdem sehr viel Spaß daran, mich mit Leuten zu unterhalten, das fällt mir leicht. In Griechenland hatte ich als Barista hinterm Tresen gearbeitet, wahrscheinlich liegt das auch ein Stück weit daran.

Warst Du bereits in Griechenland als Busfahrer tätig?
In Griechenland hatte ich in anderen Berufen gearbeitet. Ich mochte aber schon als kleiner Junge gerne Autos und Motoren und habe deshalb in einer Werkstatt an Autos geschraubt. Das habe ich drei Jahre lang gemacht und anschließend meinen LKW- und Bus-Führerschein, weil ich schon immer große Maschinen mochte. Ich habe dann als Bus- oder LKW-Fahrer nach einem Job gesucht. Mehrere Arbeitgeber zeigten Interesse und haben nach Berufserfahrung gefragt. Ein Vermittler hat dann mit Transdev in Deutschland gesprochen, und wir haben vereinbart, dass ich einen Monat Praxiserfahrung in Deutschland sammeln kann. Schließlich hat mich Transdev als Busfahrer eingestellt, und ich habe wirklich viel Spaß daran, Busse zu fahren, ob mit oder ohne Gelenk. Ich habe im Februar 2023 in NIenburg angefangen zu arbeiten, und es gefällt mir richtig gut.

Wie unterscheidet sich Dein Arbeitsumfeld von dem in Griechenland?
Es ist so vieles anders in Deutschland! Hier bist du Mensch, du kannst mit allen auf Augenhöhe sprechen und Probleme und Unstimmigkeiten aus dem Weg räumen. Das schätze ich sehr an den Kolleg*innen bei Transdev. Die Hierarchien sind flacher, nicht so strikt, wie ich es bisher erlebt hatte.

Welchen Ratschlag würdest Du anderen Griechen geben, die sich in Deutschland auf eine ähnliche Stelle bewerben möchten?
Zuallererst kommt es auf die Ausgangssituation an: Wenn du eine Familie und Kinder hast und nach Deutschland kommen willst, hast du viele gute Chancen hier, die auch deine Familie nutzen kann. Beispielsweise haben deine Kinder durch einen deutschen Schulabschluss sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, auch international gesehen. Das ist anders als in Griechenland. Für viele junge Leute gibt es dort nach der Universität keine große Chance, überhaupt einen Job zu finden. Du brauchst entweder viel Glück oder musst jemanden kennen, der dir dabei behilflich ist. Wenn ich mir zum Beispiel vorstelle, wie das Leben in Deutschland in fünf Jahren sein kann, dann sehe ich eine echte Perspektive! Wobei das Leben hier schon etwas anders ist als in Griechenland. Schon alleine an das Wetter muss man sich erst mal gewöhnen. Während es hier im Winter sehr kalt sein kann, hat es in Thessaloniki angenehme 18 Grad.

Wie ist die Zusammenarbeit beim MittelWeserBus?
Ich verstehe mich mit fast allen Kolleginnen und Kollegen sehr gut. Inzwischen kenne ich die meisten Leute persönlich und habe auch Kolleg*innen, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite. Ich habe unter anderem meinen besten Freund aus Griechenland als Busfahrer für Transdev nach Deutschland geholt. Es sind sehr viele, völlig unterschiedliche Menschen hier. Viele kommen aus Griechenland, aber auch aus ganz anderen Teilen der Welt. Ich schätze die Offenheit und Toleranz untereinander.

War es schwierig, Dich in Deutschland zurechtzufinden?
Am Anfang war es für mich persönlich sehr schwierig, mich einzugewöhnen. Ich habe fast nur gearbeitet, und war ansonsten zuhause. Der Arbeitsalltag war sehr präsent. Irgendwann bin ich auch allein ausgegangen und habe die Stadt erkundet. Dabei habe ich einen Griechen kennengelernt, der bereits seit zwölf Jahren in Deutschland lebt. Durch diesen Kontakt konnte ich mir einen neuen Freundeskreis aufbauen und habe Anschluss gefunden. Außerdem hat sich mein Lebensstandard jetzt schon sehr geändert. Inzwischen sehe ich Nienburg als meine Heimat an. Das habe ich zuletzt im Urlaub in Thessaloniki gemerkt. Ich habe mich tatsächlich gefreut, wieder nach Nienburg zurückzukommen.

Wie erlebst du die Verkehrssituation im Vergleich zu Griechenland?
Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in Deutschland keine Option, sondern etwas, woran man sich wirklich halten muss! Das ist ganz anders als in Griechenland, wo es viele mit den Regeln nicht so genau nehmen. Auch der Zustand der meisten Straßen ist in Deutschland deutlich besser. Ich bin hierher gekommen und musste mich erst mal umgewöhnen. Alles, was ich bis dahin in Griechenland gelernt hatte, legte ich erst mal ab und bin in Deutschland quasi neu gestartet. Hier fahre ich natürlich nach Straßenverkehrsordnung, so wie es alle tun. Das macht das Leben doch deutlich einfacher.