Der InterConnex

Der InterConnex war der erste privatwirtschaftliche Fernzug in Deutschland. 2002 nahmen die gelb-blauen Züge mit dem markanten „X“ den Betrieb auf und etablierten sich als ernstzunehmende Konkurrenz zum Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB). Bis Dezember 2014 konnte sich der InterConnex am Markt behaupten. Doch zu hohe Trassenpreise und die preisaggressive Konkurrenz durch die Fernbusse machten das Geschäft unrentabel. Und führten dazu, dass der InterConnex von der Schiene genommen wurde.

Rostock-Berlin-Leipzig zum Sparpreis

Der InterConnex war die Fernzugmarke der Transdev-Gruppe (ehemals Veolia Verkehr-Gruppe). Mit ihm brach erstmals ein privater Anbieter das Fernverkehrsmonopol der DB auf und eröffnete somit den Wettbewerb im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV). Die Reisezeit des InterConnex war vergleichbar mit parallel verkehrenden ICE-Zügen (z. B. die Strecke Berlin–Leipzig 1 h 19 min). Die Fahrpreise orientierten sich am Niveau der BahnCard 50 und sprachen vor allem die preissensiblen Reisenden an.

Der InterConnex verband den Süden Ostdeutschlands mit dem Norden mit Zwischenstopp in der Hauptstadt. Täglich fuhr er die Strecke von Leipzig über Berlin nach Rostock/Warnemünde. Und wieder zurück. Knapp 80 Minuten betrug die Fahrzeit zwischen Berlin und Leipzig. Für die gesamte Strecke Leipzig – Warnemünde war der Zug gute vier Stunden unterwegs. In seinen Anfangszeiten beförderte der InterConnex rund 200.000 Reisende. 2012 verdoppelte sich diese Zahl auf rund 400.000 Fahrgäste. Die Verkehrsleistung der Züge betrug ca. 425.000 km pro Jahr.

Wettbewerb für den Fernverkehr

Die Idee für die Marke InterConnex wurde Mitte 2001 vorgestellt. Die Transdev GmbH, die damals noch unter dem Namen Connex Verkehr GmbH agierte, hatte vorgeschlagen, mit der Unterstützung von Bund und Ländern ein Ersatzangebot für den unwirtschaftlichen Interregio auf den Markt zu bringen. Und das mit Erfolg. 2002 wurde sie vom Deutschen Bahnkunden-Verband mit dem Deutschen Schienenverkehrspreis 2002 ausgezeichnet.

Der erste InterConnex Zug fuhr am 1. März 2002, gut ausgelastet. 500 Reisende pro Tag nutzten das neue Verkehrsangebot in der Anfangsphase. Vier Jahre später gab es einen grundlegenden Relaunch im Betriebs- und Vertriebskonzept. Die Nachfrage zog deutlich an. Nach zehn Betriebsjahren war der InterConnex auch wirtschaftlich auf einem guten Weg. Die Öffnung des Fernbusmarktes und die bis dahin unverändert schwierigen Rahmenbedingungen für den Schienenpersonenverkehr bremsten jedoch eine weitere positive Entwicklung. Am 13.12.2014 nahm der InterConnex seine letzte Fahrt auf. Unter dem Motto “Es war Liebe.” verabschiedeten sich Fahrgäste und Mitarbeiter*innen voneinander.

Die Ostseeland Verkehr GmbH gehörte bis 2006 unter das Unternehmensdach der Connex Verkehr GmbH, die sich dann umbenannte in die Veolia Verkehr GmbH. 2015 entschloss sich Veolia Verkehr, den Namen der französischen Muttergesellschaft Transdev anzunehmen. Heute ist die Transdev-Gruppe in Deutschland der führende private Nahverkehrsanbieter im deutschen Bahn- und Busverkehr mit zahlreichen Tochtergesellschaften.

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